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Vereine Verbandsliga Württemberg

(von A-Z) Saison 2015/16
 
 
 
 
 
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Verbandsliga
Vereine

Live-Ticker (DFB-NET)

Wir tickern die Heimspiele unserer 1. Mannschaft (Verbandsliga Meisterschaft) bei FUSSBALL.DE

29. Spieltag

1. Mannschaft
Samstag, 28.5.16, 15:30 Uhr
TSV Ilshofen - VfL Sindelfingen -:- (-:-)
-> Unsere Trainer

Aktuelle Tabelle

Torschützen VfL Sindelfingen

Verbandsliga Württemberg
1. Mannschaft (>1 Tor)
  Name Tore
Oliver Glotzmann (16) 14
Andreas Poser (9) 14
Endrit Syla (14) 3
Daniel Kniesel (13) 2
Lars Jäger (10) 2
Stand: 22. Spieltag
Quelle: www.fussball.de

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Allgemeine Saisonberichte

1. Mannschaft Verbandsliga (VL)

„Wir sind wieder auf dem richtigen Weg“

Nach vier Niederlagen in Serie soll es für Daniel Kniesel und den VfL Sindelfingen in der Achterbahn wieder nach oben gehen. Bilder: Photo 5/A, ymgerman/Fotolia

28.04.16 | SZ/BZ-Online
Das Sportgespräch:
Daniel Kniesel, Kapitän des Fußball-Verbandsligisten VfL Sindelfingen, sieht sein Team vor dem wichtigen Heimspiel gegen den VfB Neckarrems im Aufwind

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Die Sindelfinger Verbandsliga-Fußballer müssen sich fühlen wie in einer Achterbahn auf dem Cannstatter Wasen. Sechs Siegen in Serie folgten zuletzt ein Unentschieden und vier Niederlagen. Deshalb stehen die Blau-Weißen im Heimspiel gegen den VfB Neckarrems unter Zugzwang. Für Kapitän Daniel Kniesel nichts Neues: „In der Hinrunde war der Druck nach den sieben Spielen ohne Sieg größer.“

Die SZ/BZ hat sich mit dem Sindelfinger Spielführer über die vergangenen Wochen und den Saisonendspurt im württembergischen Fußball-Oberhaus unterhalten.

Wer hat beim VfL nach der beeindruckenden Serie von sechs Siegen am Stück eigentlich den Stecker gezogen?
Daniel Kniesel: „In der Verbandsliga entscheiden Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage. Die fielen in den erfolgreichen Wochen zu unseren Gunsten aus. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Dazu kommen auch einige unglückliche Schiedsrichter-Entscheidungen.“

Wie kann die Mannschaft den Schalter jetzt wieder umlegen?
Daniel Kniesel: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Bei der 1:2-Niederlage in Schwäbisch Gmünd haben wir eine kämpferisch gute Leistung gezeigt.
Die beiden Heimspiele gegen Neckarrems und Heiningen sowie das Auswärtsspiel bei der TSG Balingen II haben vorentscheidende Bedeutung. Danach wissen wir, wohin die Reise geht.“

Roberto Klug und Alexander Wetsch sind nach ihren Platzverweisen gesperrt. Mangelt es beim VfL an der nötigen Disziplin?
Daniel Kniesel: „Nein, auf gar keinen Fall. Die Roten Karten gegen Roberto Klug und Alexander Wetsch waren aus meiner Sicht fraglich. Die Schiedsrichter haben beide Aktionen jeweils als Notbremse gewertet.“

Wer kann dieses Duo ersetzen?
Daniel Kniesel: „Eins zu eins geht das nicht, aber wir haben einen großen Kader. In der Innenverteidigung könnten beispielsweise Kevin Schuster, Frederik Mohr oder Matthias Bäuerle den freien Platz von Roberto Klug einnehmen.“


"Versuche als Vorbild voranzugehen"

Wie können Sie dem Team in dieser Situation als Kapitän helfen?
Daniel Kniesel: „Ich versuche als Vorbild voran zu gehen. Ich kenne die Situation im Abstiegskampf. Wir wussten von Anfang an, dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib kämpfen müssen. Dass wir mit unseren Mitteln so viele Wochen über dem Strich standen, ist eine riesige Sache für den VfL.“

Gegen Neckarrems muss am Samstag ein Sieg her. Ist die Mannschaft diesem Druck gewachsen?
Daniel Kniesel: „Da glaube ich fest dran. In der Hinrunde nach sieben Spielen ohne Sieg und lediglich zwei Punkten auf dem Konto war der Druck doch viel höher.“

Wer von den Rekonvaleszenten wie Dominik Pretz, Marcel Pross oder Keven Müller kann im Saisonendspurt noch eingreifen?
Daniel Kniesel: „Zumindest bei Keven Müller könnte es klappen. Er trainiert nach seinem Kreuzbandriss wieder mit der Mannschaft. Er hat Qualität, das sieht man, obwohl er noch nicht richtig in die Zweikämpfe geht. Vielleicht kann er uns ja noch helfen.“

Hat Sie der Rücktritt von Böblingens Trainer Bernd Gluiber in der vergangenen Woche überrascht?
Daniel Kniesel: „Ja, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich habe aber auch keinen näheren Kontakt mehr zur SV Böblingen. Mit dem jetzigen Co-Trainer Egbert Schwartz habe ich als A-Jugendlicher beim VfL Sindelfingen einst zwei Spiele in der ersten Mannschaft absolviert.“

Wenn es mit dem Klassenverbleib nicht klappt, wären die Landesliga-Derbys gegen Maichingen, Gärtringen und Holzgerlingen dann ein Trostpflaster für Sie?
Daniel Kniesel: „Ohne diese Mannschaften abzuwerten, für uns ist nur das Duell gegen die SV Böblingen in der Verbandsliga ein richtiges Derby. Der Abstieg wäre für uns schon eine große Enttäuschung.“

Info

Das Restprogramm des VfL Sindelfingen:
Gegen den VfB Neckarrems (Samstag, 30. April, 15.30 Uhr),
gegen den TSV Heiningen (Samstag, 7. Mai, 15.30 Uhr),
bei der TSG Balingen II (Freitag, 13. Mai, 19 Uhr),
gegen den TSV Essingen (Samstag, 21. Mai, 15.30 Uhr),
beim TSV Ilshofen (Samstag, 28. Mai, 15.30 Uhr) und
gegen den TSV Berg (Samstag, 4. Juni, 15.30 Uhr).

Abgang: Andreas Poser verlässt unseren VfL Sindelfingen

Andreas Poser (VfL Sindelfingen) - Bild: Photo 5

03.04.16

Er ist nicht ein Torjäger, er ist DER VfL-Torjäger. Andreas Poser wird am Ende dieser Saison unseren VfL Sindelfingen verlassen und zu seinem Heimatverein SV Nufringen als Spieler Co-Trainer wechseln.
Der VfL Sindelfingen bedankt sich für sieben unfassbar tolle Jahre, in dem Andreas Poser für uns jede Saison an die 20-25 Tore geschossen hat und sich zu einer Identifikationsfigur unseres Vereins entwickelt hat.
"Ich möchte mich bei allen Trainern, Verantwortlichen bedanken, die mich die ganze VfL-Zeit unterstützt haben. Bei all meinen Mitspielern, mit denen ich tolle Erfolge feiern konnte. Der VfL ist ein top organisierter Verein, ich bin immer gerne mit unserem blauen Trikot ins Floschenstadion eingelaufen, dass ist schon etwas Besonderes. Ich bin einfach sehr froh und stolz solange Teil von dem Ganzen sein zu dürfen.
Leider kann ich aufgrund meiner Fortbildung es zeitlich nicht mehr packen, auf diesem hohen Niveau zu spielen. Ich werde in den letzten Spielen wie immer alles reinhängen und versuchen meinen Teil dazu beitragen, dass wir unser Ziel Klassenerhalt diese Saison schaffen!
DANKE FÜR ALLES!", so Andi Poser.

Wir wünschen Ihm für seinen weiteren Weg, sei es privat, beruflich oder sportlich nur das Beste und sind sehr glücklich so einen tollen Spieler und vorallem Menschen in unseren Reihen gehabt zu haben und noch ein paar Wochen zu haben.
DANKE ANDI!!!

04.04.16 | SZ/BZ-Online
Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer

Andreas Poser bricht beim VfL Sindelfingen nach sieben Jahren seine Zelte ab und kehrt nach der Saison zu seinem Heimatklub SV Nufringen zurück. Der Stürmer wird an der Seite von Willi Zimmermann, der auch in der kommenden Spielzeit die Nufringer coacht, spielender Co-Trainer. Die Zusage Posers ist unabhängig von der Liga, in der Nufringen nächste Saison spielen wird. Der SVN schwebt in der Bezirksliga in Abstiegsgefahr.
„Es freut mich sehr, dass Andreas nach Nufringen zurückkehrt. Er ist ein Spieler, der sicherlich viel Schwung in die Mannschaft bringen wird und der sich abhebt von den anderen“, sagt Willi Zimmermann. „Der Kontakt zu Andreas ist nie abgebrochen. In der Mannschaft ist die Entscheidung sehr gut aufgenommen worden.“

„Für mich war immer klar, dass ich nach Nufringen zurückkehre, wenn ich in Sindelfingen aufhöre“, sagt der 29-jährige Poser. In den vergangenen Jahren habe er immer wieder Angebote von anderen Vereinen gehabt. Letztlich habe es ihm aber in Sindelfingen so gut gefallen, dass ein Wechsel nicht in Frage kam. Im letzten Jahr hat der Stürmer mit einer Fortbildung zum Logistik-Meister begonnen. Montags und mittwochs sowie samstags muss Poser die Schulbank drücken. „Mir ist vor dem Hintergrund meiner Fortbildung der Aufwand zu groß, den man in der Verbandsliga betreiben muss“, sagt Poser, der noch eineinhalb Jahre die Weiterbildung durchläuft.

Für Poser ist der Wechsel zurück nach Nufringen gleichbedeutend mit dem Einstieg in das Trainerdasein. Poser: „Ich kann mir grundsätzlich vorstellen, einmal als Trainer zu arbeiten. Jetzt werde ich erst einmal sehen, wie es mir als Co-Trainer gefällt, wie die Jungs meine Vorstellungen umsetzen. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.“

Algebra auf Auslandsreisen

Oliver Glotzmann (rechts) und der Maichinger Andreas Quindt unterrichten die U17-Fußballerinnen des DFB. Bild: Photo 5

30.03.16 | SZ/BZ-Online
Andreas Quindt und Oliver Glotzmann unterrichten die deutschen U17-Nationalspielerinnen

Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer

Um 8.30 Uhr morgens beginnt der Unterricht, er dauert 90 Minuten. Zwei angehende Lehrer führen ihn durch, Andreas Quindt, Fußballer des GSV Maichingen und
Oliver Glotzmann, Akteur des VfL Sindelfingen. Sie stehen vor keiner üblichen Schulklasse, sie unterrichten die U17-Juniorinnen-Nationalmannschaft des Deutschen-Fußballbunds (DFB).

Dr. Robert Schreiner ist schuld daran, dass Quindt und Glotzmann auf Honorarbasis für den DFB arbeiten. Schreiner ist Dozent an der Universität Tübingen für den Fachbereich Fußball, und er ist beim DFB als Schulkoordinator tätig. Er teilt unter anderem die Pädagogen für die Mannschaften ein, deren Mitglieder noch in einem schulpflichtigen Alter sind, und er regelt die Freistellungen für die Spieler an deren Schulen.

Durch seine Tätigkeit an der Tübinger Hochschule hat er besten Zugang zu angehenden Lehrern, die für die temporäre Tätigkeit beim DFB infrage kommen könnten. So ist es denn auch kein Zufall, dass ein Großteil des Stabs an pädagogischen Lehrkräften des DFB an der Uni Tübingen eingeschrieben ist.

Der 25 Jahre alte Andreas Quindt ist seit 2014 einer der sogenannten Begleitlehrer. „Als ich von Robert Schreiner auf diese Tätigkeit angesprochen wurde, wusste ich überhaupt nicht, dass es so etwas gibt“, erzählt Quindt, der Englisch und Sport auf Gymnasiallehramt studiert. „Ich habe sofort zugesagt.“

Der 24-jährige Oliver Glotzmann ist seit Sommer des vergangenen Jahres beim DFB als Lehrer tätig. „Ich konnte mir unter dieser Tätigkeit zunächst nichts vorstellen. Ich habe mich gefreut darüber, dass ich gefragt wurde“, sagt Glotzmann, der ebenfalls Lehrer am Gymnasium werden will, er studiert Sport und Mathematik.

Der Unterricht mit den Auswahlspielerinnen verläuft nicht wie üblich an einer Schule ab. Es gibt keinen Frontalunterricht. Vielmehr erhalten die jungen Talente von ihren Schulen verschiedene Themen, die sie zu bearbeiten haben. „Man muss sich das Ganze eher wie eine intensive Nachhilfe vorstellen“, sagt Quindt, der über seinen Heimatverein TSV Schönaich und die SV Böblingen im Sommer des vergangenen Jahres zum GSV Maichingen gestoßen ist. Er und Oliver Glotzmann wachen darüber, dass die Spielerinnen ihre Aufgaben konzentriert bewältigen, sie stehen zudem jederzeit für Fragen zur Verfügung.

Quindt und Glotzmann sind nicht etwa ein Anhängsel des Funktionsteams, sie sind „komplett darin integriert“, sagt Glotzmann. Dazu gehört auch, dass beide eine ausführliche Dokumentation über ihre Eleven erstellen und die U17-Trainerin Anouschka Bernhard über die schulischen Leistungen der Spielerinnen informiert wird.

Sollte sich eines der Talente in der Schule hängen lassen, so könnte das durchaus Folgen für die sportliche Entwicklung haben. „Die Mädels wissen, dass wir in einem engen Kontakt mit dem Trainerstab stehen“, sagt Quindt.

Beide sehen in ihrer Tätigkeit die Chance, Erfahrungen im Umgang mit Jugendlichen zu sammeln, die ihnen in ihrem späteren Beruf als Lehrer sicherlich einmal zugutekommen werden. Dann werden sie aber nicht gemeinsam vor der Klasse stehen.

VfL Sindelfingen weiter mit Maik Schütt und Elvir Adrovic

Elvir Adrovic (vorne) und Maik Schütt (dahinter) bei der Hallenfußball-Gala im Glaspalast: Auch in der nächsten Saison beim VfL Sindelfingen gemeinsam an der Seitenbande. Foto: atz

9.2.16 | KRZ-Online
Trainerduo verlängert Verträge für kommende Saison

Es ist keine große Überraschung: Beim abstiegsgefährdeten Fußball-Verbandsligisten VfL Sindelfingen stehen auch in der kommenden Saison
Maik Schütt und Elvir Adrovic an der Seitenlinie. Die weitere Zusammenarbeit hatte sich bereits in der Winterpause abgezeichnet.

Von Michael Stierle

Für Abteilungsleiter Ralf Brenner war es eine "umkomplizierte Geschichte". Während der Hallen-Gala im Glaspalast setzten sich die Verantwortlichen und die beiden Trainer das erste Mal zusammen - das hat beim VfL Sindelfingen bereits Tradition. Heraus kamen kleine Stellschrauben, an denen Maik Schütt gerne gedreht haben wollte - und sein Anliegen wurde ruck, zuck umgesetzt. "Ein paar helfende Hände mehr bei den Spielen", stand auf seiner Wunschliste ganz oben. Und zumindest im heimischen Floschenstadion kann ihm ab sofort geholfen werden, denn da fungiert der frühere Co-Trainer Ralf Kübler als zusätzlicher Betreuer. "Er kennt sich aus, hat einen guten Draht zu Mannschaft und Trainerteam", ist Ralf Brenner froh über den Wiedereinsteiger.

Und darüber, in Sachen Vertragsverlängerung alles klargemacht zu haben. "Für den Verein und die Mannschaft sind Maik Schütt und Elvir Adrovic ein Glücksgriff, ich bin sehr froh, dass wir die Zusammenarbeit fortsetzen.", so Brenner. Der eine ähnliche Gefühlslage aber auch bei seinem Trainerduo ausmachte. "Ich glaube, das passt einfach. Und zwar über das Saisonende hinaus." Wobei die künftige Ligazugehörigkeit in den Überlegungen überhaupt keine Rolle spielte. "Wir steigen nicht ab, wir wollen weiter in der Verbandsliga spielen", verbreitet der VfL-Abteilungsleiter Optimismus. "Wenn wir da anknüpfen, wo wir in den Spielen vor Weihnachten aufgehört haben, werden wir es auch schaffen", ist er überzeugt.

Los geht's für den VfL Sindelfingen übrigens eine Woche früher als für die meisten Konkurrenten. Am 27. Februar steht die weite Auswärtsfahrt zum Tabellennachbarn TSV Berg bevor - eine richtungsweisende Partie. "Die Spieler wissen jetzt, woran sie sind, mit wem sie auch in der kommenden Runde arbeiten werden", so Brenner. "Ich gehe davon aus, dass wir mit Volldampf die anstehende Aufgabe angehen."

VfL weiter mit Schütt und Adrovic

Am Freitagabend sahen Trainer Maik Schütt (links) und Elvir Adrovic im Maichinger Allmendstadion einen 3:2-Sieg ihrer Mannschaft gegen den GSV. Da waren die Würfel in Sachen Vertragsverlängerung der Beiden bereits gefallen. Bild: Photo 5

9.2.16 | SZ/BZ-Online
Der VfL Sindelfingen einigt sich mit dem Trainerteam auf eine weitere Zusammenarbeit / VfL-Kapitän Daniel Kniesel und die Mannschaft stehen hinter der Entscheidung

Von Jürgen Wegner und Philipp Hamann

Eine halbe Stunde reichte im Besprechungszimmer des Glaspalasts, dann gab es den Handschlag unter Männern. Der Fußball-Verbandsligist VfL Sindelfingen verlängert um ein Jahr mit den Trainern
Maik Schütt und Elvir Adrovic. Geht es nach dem Vorstand, dann hätte es sogar ein bisschen mehr sein können.

„Es macht einfach Spaß, mit den jungen Spielern zu arbeiten“, sagt der 38-jährige Maik Schütt. „Die beiden sind für uns ein Glücksfall. Das wissen wir, und deshalb hätten wir uns das auch noch längerfristiger vorstellen können“, sagt Abteilungsleiter Ralf Brenner. Für Elvir Adrovic (44 Jahre) ist das wiederum gar kein großes Thema: „Im Amateurfußball kann so viel passieren, auch Privates. Deshalb ist es üblich, von Jahr zu Jahr zu denken.“

Damit ist klar: Der VfL geht ohne die ganz großen Fragezeichen in die Operation Klassenerhalt. Den Abgängen von
Dennis Radojkovic und Anton Maslun (die SZ/BZ berichtete) stehen keine Winterneuzugänge gegenüber. Derweil hofft man in Sindelfingen auf so etwas wie eine interne Verstärkung. Die Langzeitverletzten Alexander Gans, Dominik Pretz und Keven Müller sollen in der Rückrunde die Qualität in der Spitze und Breite erhöhen.

Von ihrem Trainerteam ist der VfL-Vorstand überzeugt – und das nicht nur fachlich, sondern auch strategisch. Die Philosophie, auf eigene Talente und hungrige Spieler aus der Umgebung zu setzen, dominiert weiterhin im Floschenstadion. „Auch wenn wir mit unseren Metzingern für diese Saison zwei gestandene Spieler dazu holten“, sagt Ralf Brenner und meint damit
Martin Frick und Frederick Mohr.

Andere Neue wie
Lars Jäger und Endrit Syla haben dagegen Sindelfinger Vergangenheit. Syla kam zwar aus Rutesheim, wohnt aber am Floschenstadion. Und Jäger wählte nach der VfL-Jugend den Umweg über die Blauen in Degerloch und die SV Böblingen zurück nach Sindelfingen. „Maik Schütt und Elvir Adrovic haben jetzt auch keine weitere hochkarätige Nachbesserung gefordert. Sie gehen den Sindelfinger Weg konsequent mit“, sagt Ralf Brenner.

Die Rollenverteilung bleibt bestehen: Maik Schütt ist Chef-Trainer, Elvir Adrovic mehr als ein Assistent, der nur Hütchen hinstellt. Ralf Brenner: „Elvir wird als Co-Trainer den Maik vertreten. Wenn es sein muss, auch bei Pflichtspielen, so wie zuletzt in Essingen.“ Zu den beiden Trainern wird sich Ralf Kübler zumindest bei den Heimspielen als Betreuer gesellen. Ralf Brenner: „Auch diese Personalie freut uns sehr.“ Maik Schütt: „Das ist sehr gut“, denn bisher seien er, sein Co-Trainer Elvir Adrovic und der Sportliche Leiter,
Thomas Dietsche, „schon ziemlich auf uns alleine gestellt gewesen“.

Alles rosarot also bei den Blau-Weißen? Nicht ganz. In der Saison eins nach dem Titel in der Landesliga – den Maik Schütt und Elvir Adrovic gleich in ihrer ersten Saison feiern durften – geistert schon wieder das Abstiegsgespenst durch die Katakomben. Und das neben der Umkleide der Verbandsliga-Mannschaft auch bei der Reserve in der Bezirksliga.

Ein großes Thema, das der Vorstand am Rande des Trainergesprächs gleich mitführte, war deshalb, wie die Zusammenarbeit der beiden Aktiven-Teams noch besser werden könnte. Ralf Brenner: „Ein Ansatz ist, dass die Spieler aus der Ersten, die eher weit weg von der Startelf sind, noch stärker in der zweiten Mannschaft eingebunden werden. Das ist aber noch nicht zu Ende diskutiert.“ Sprich: Auch was Kurt Müller als Trainer der Zweiten dazu meint, hat großes Gewicht. Apropos Kurt Müller: Ob nach Maik Schütt und Elvir Adrovic auch der Trainer der zweiten Mannschaft ein weiteres Jahr dran hängt, soll in den kommenden Wochen entschieden werden.

Klar ist für Elvir Adrovic schon jetzt, dass der VfL auch in der kommenden Saison im württembergischen Fußball-Oberhaus spielt. „Die Arbeit mit der Mannschaft macht Spaß. Die Truppe ist ehrgeizig und diszipliniert. Wir sind alle sicher, dass wir den Klassenverbleib schaffen. Wir haben in der Vorrunde, als es nicht so gut lief, immer den Rückhalt der Abteilungsleitung gespürt. Dieses Vertrauen wollen wir zurückzahlen.“ Mehr noch: „Unser Weg in Sindelfingen ist noch lange nicht zu Ende“, sagt Maik Schütt. Er will die Blau-Weißen mittelfristig in der Verbandsliga etablieren.

Das ist auch ganz nach dem Geschmack von VfL-Kapitän Daniel Kniesel: „Wir freuen uns riesig, dass es mit dem Trainerteam weitergeht. Wir können uns nichts Besseres vorstellen.“ Bereits bei der Hallen-Gala im Glaspalast hatten Kniesel und seine beiden Stellvertreter, Oliver Glotzmann und David Kocyba, den Daumen für die weitere Zusammenarbeit gehoben.

Europameister in die Mangel genommen

Gelungene Premiere mit zwei interessanten Gästen und pfiffigen Moderatoren (v. li.): Milenko Milojevic, Hanna-Lea Braun, Daniel Kniesel und Hansi Müller. KRZ-Foto: Thomas Bischof

25.11.15 | KRZ-Online
Ex-VfB-Profi Hansi Müller gemeinsam mit VfL-Kapitän Daniel Kniesel zu Gast bei Auftakt von "Sindelfingen aktuell"

An die "Gespräche am Goldberg" können sich noch viele erinnern. Namhafte Gäste, spannende Themen, organisiert von einer 12. Klasse des Goldberg-Gymis. Nun hat die Sindelfinger Jugendbürgerstiftung eine ähnliche Gesprächsrunde im Theaterkeller auf die Beine gestellt. Die ersten Gäste: Hansi Müller und Daniel Kniesel.

VON MICHAEL HUTT

Das war ein netter Abend den die Jugendbürgerstiftung - ein "Ableger" der Sindelfinger Bürgerstiftung - am Montag im Theaterkeller organisiert hat. Vielleicht nicht immer ganz tief gehend, aber kurzweilig und unterhaltsam allemal. Fragesteller waren die 17-jährige Abiturientin Hanna-Lea Braun und der 21-jährige Wirtschaftspsychologie-Student Milenko Milojevic von der Jugendbürgerstiftung. Und die nahmen nicht irgendwen in die Mangel, sondern Hansi Müller, einst beim VfB Stuttgart, Fußball-Europameister und Vize-Weltmeister. Der Kontakt kam durch Dr. Joachim Schmidt zustande, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung und vor einiger Zeit zurückgetretener Aufsichtsratsvorsitzender beim VfB. Das große Motto der Serie lautet "Sindelfingen aktuell - früher oder später kriegen wir sie alle". Und den ersten Abend hatte man mit "Sport früher und heute" überschrieben. Beim zweiten Gesprächsteilnehmer handelte es sich um Daniel Kniesel, seines Zeichens Kapitän von Fußball-Verbandsligist VfL Sindelfingen.

"Freuen wir uns über eine VfB-Legende", so die Einleitung der jungen Moderatoren. Und in der Tat - Hansi Müller enttäuschte nicht, weder rhetorisch noch von den Sympathiewerten her, genausowenig wie Daniel Kniesel, der seine überzeugende Vorstellung letzten Samstag auf dem Platz im Theaterkeller verbal nahtlos fortsetzte. "Ich lernte stehen, gehen, Fußball spielen", so Hansi Müller über sich selbst. Wobei einigermaßen humorvoll kolportiert wurde, dass er bereits kickte bevor er sich anziehen konnte. Müller, Jahrgang 1957, Sohn eines Models, spielte beim SV Stuttgart-Rot, als er im C-Jugendfinale in Weil im Dorf um die regionale Meisterschaft auf den VfB Stuttgart traf. Rot gewann 3:0, bester Spieler und Torschütze zum 1:0: Hansi Müller. Der weitere Werdegang ist bekannt, er wechselte zum VfB. Das Scouting in diesen Zeiten war noch nicht so ausgeprägt wie heute. Mit 18 Jahren wurde er Profi. "Auch wenn es komisch klingt, ich hatte Glück, dass der VfB gerade abgestiegen war." So blieb Zeit für Entwicklung, denn Hansi Müller besuchte noch die elfte Klasse des Gymnasiums. "Wir waren früher unbekümmert, die Anforderungen an die jungen Profis sind heute viel höher. Da ziehe ich den Hut." Recht schnell in die Gänge kam Daniel Kniesel, der bereits mit 23 Jahren Mannschaftskapitän des VfL Sindelfingen war. "Anfangs war's gar nicht so einfach mit den älteren Spielern, jetzt bin ich der Älteste", lacht Kniesel, der, trotz einiger Angebote aus der Oberliga, von der Jugend an beim VfL spielt.

Einen Lacherfolg ernteten die Moderatoren, die die gesamte Gesprächsrunde eigenständig vorbereitet hatten, bei einer Foto-Montage. Wie einst Hansi Müller, der in jungen Jahren Cover-Boy auf der Teeniezeitschrift Bravo war, hatten sie auch Daniel Kniesel auf die Titelseite montiert, mit Konterfei und freiem Oberkörper. Bei Hansi Müller kam danach säckeweise Fanpost in die VfB-Geschäftsstelle. "Meine Oma hat sich darauf gestürzt, weil sie neugierig war, was die Fans so schreiben." Gefahr abzuheben, bestand bei Hansi Müller nicht. "Meine Eltern waren mein Management und haben mich schnell wieder runtergeholt." Apropos. Auf die Frage nach dem letzten 0:4 des VfB gegen den Tabellenletzten Augsburg antwortete er: "Da sorge ich mich richtig, wenn die Fans La Ola machen und singen ,So ein Tag, so wunderschön wie heute'. Ich kann der Mannschaft nur die Daumen drücken, dass sie in Dortmund punktet. Wenn du in die zweite Liga absteigst, gehen erst einmal die Lichter aus." Diese erloschen für Müller auch beim VfB als Aufsichtsrat Anfang des Jahres. "Das bereue ich. Wir hatten vereinbart Stillschweigen über den neuen Trainer Zorniger zu wahren, und dann rutscht mir im Fernsehen etwas darüber heraus. Ich konnte mir das selbst nicht erklären. Das passiert mir kein zweites Mal." Etwas "schillernd" war auch sein Karriereende in der Nationalmannschaft mit 26 Jahren. Müller, der damals in Italien kickte, missglückte ein Länderspiel. Und nach der Headline "Arrivederci Hans, das war der letzte Tanz", berücksichtigte ihn Jupp Derwall nicht mehr. Heute spielt Müller, der in Korb im Gemeinderat sitzt (CDU/Freie Wähler) und als freier Referent arbeitet, noch jeden Montag um 12 Uhr in der Sportschule Ruit - Acht gegen Acht, alte Profis und Fußballtrainer.

Als nette Geste am Ende der Veranstaltung sollte Daniel Kniesel Müller eine Frage stellen. "Was war der beeindruckendste Moment in der Karriere?" Die Antwort war überraschend: "Das war ein 0815-Uefa-Cup Spiel in Innsbruck im Dezember 1986. Wir hatten in Moskau 1:1 gespielt und siegten dann in Innsbruck auf steinhartem Boden 2:1. Alle Zuschauer, unter ihnen Franz Beckenbauer und Ernst Happel, zündeten Wunderkerzen an. Das war eine unglaubliche Stimmung, da bekomme ich heute noch Gänsehaut." Die brauchte Daniel Kniesel nicht haben. "Hansi Müller war unheimlich sympathisch und hat mir gleich das Du angeboten. Er wusste sogar, dass wir den Tabellenführer 3:0 geschlagen haben."

Theaterkeller-Duell mit Hansi Müller und Daniel Kniesel

Milenko Milojevic, Hannah-Lea Braun, Daniel Kniesel und Hansi Müller (von links). Bild: Photo 5

25.11.15 | SZ/BZ-Online
Jürgen Wegner

Der schöne Hansi kann’s halt immer noch. Geschmeidig wie einst mit seinem feinen Linken verteilt er heute Zuckerbrot statt Zuckerpässe. „Eure Moderation war überragend“, lobt er vor versammelter Mannschaft die 17-Jährige Hannah-Lea Braun und den 21-Jährigen Milenko Milojevic. Dabei lag es vor allem an den Gästen, dass die beiden Nachwuchskräfte durch einen kurzweiligen Sportabend der anderen Art im Sindelfinger Theaterkeller führten.

Die Jugend-Bürgerstiftung Sindelfingen geht neue Wege. „Sindelfingen aktuell“ heißt die Reihe, die auf den Pfaden der ehemaligen Goldberg-Gesprächsreihen „Goldberg aktuell“ wandelt, wo junge Leute unter den Fittichen des Lehrers Michael Kuckenburg alte Hasen auf Stühle setzte. „Früher oder später erwischen wir euch“ heißt der Untertitel. Und die Premiere lockte mit der Schlagzeile „Sport früher – Sport heute“.

Die Besetzung macht neugierig. Hansi Müller und Daniel Kniesel, eine ungewöhnliche Mischung. Der Europameister, Vizeweltmeister und Bravo-Boy aus einer Zeit, in der Fußballer noch schwarze Kickstiefel trugen, trifft den heutigen Kapitän der Sindelfinger Verbandsliga-Fußballer. Topstar neben Amateur. Die Generation Smartphone neben dem Mann, dessen Sohn frotzelt: „Wie seid ihr damals eigentlich ohne Computer ins Internet?“ Das schnelle Umschaltspiel hakt nach beim Stehgeiger. Das verspricht Chancen im Minutentakt.

„Beim Fußball sind wir blond“

Dazu kommen die Moderatoren, die selbst zugeben, „dass wir beim Fußball ziemlich blond sind und nicht viel davon verstehen“, sagt Milenko Milojevic. Das muss kein Fehler sein und verhindert vielleicht sogar Fragen wie: „Wie viele Steine sind Ihnen vom Herzen gefallen?“ und Antworten wie „da müssen Sie meinen Trainer fragen“.

Es steckt Potenzial im Abend, der Herrenberger Nachwuchsmusiker Joos Rose spielt das Publikum warm, die Stimmung ist gelöst, die beiden Kicker sind offen für alles. Anekdoten kommen rüber, manches ist für viele neu. Zum Beispiel, dass Hansi Müller eben doch nicht immer nur Fußball im Kopf hatte, sondern als Steppke mit dem Pilotenberuf liebäugelte, weil Onkel Herbert im Cockpit einer Fiat G.91 saß.

Auch Daniel Kniesel gewährt neue Einblicke. Der Amateur mit mindestens semiprofessioneller Einstellung hatte es doch tatsächlich einmal nicht so ganz genau genommen mit der Spielvorbereitung: „Beim Junggesellenabschied meines Bruders waren wir in Prag. Geschlafen haben wir ein wenig auf der Rückfahrt im Bus. Von dort bin ich direkt zum Spiel. Aber das war wirklich eine Ausnahme.“ Geschadet hat es nichts, der VfL gewann gegen Gärtringen mit 3:0, Daniel Kniesel machte das erste Tor. In der dritten Halbzeit im Foyer benennt Bruder Marco den eigentlichen Skandal: „Daniel war mein Trauzeuge, der hat den Junggesellenabschied selbst organisiert.“

Es also eine Menge drin in diesem Abend, vieles bleibt aber leider auch stecken. Wenn es heißt „Sport früher – Sport heute“ und Hansi Müller erzählt, er hat das Kicken auf dem Bolzplatz vor der Tür gelernt, dann hätte man auch bei Daniel Kniesel nachfragen können und erfahren, dass es heute nicht anders läuft – bei ihm war es eben der Gummi in der Watzmannstraße.

Unterschiede gibt es wohl noch bei der Talentschau, bei der heute kaum noch einer durchs Raster fällt. Oder wegen der Top-Jugendleistungszentren. Ganz anders ist dazu die Medienpräsenz, die aus Schulbuben geschulte Interviewpartner macht und gleichzeitig den Spielern die Unbekümmertheit nimmt, weil überall die Kameras lauern – sogar abends in der Disko.

Spott und Häme

Viel weiter haken hier die Moderatoren nicht nach, legen dafür Hansi Müller den Teppich für zwei heiße Themen hin. Zum einen zum aktuellen VfB. Spott und Häme, La-Ola-Welle und „o, wie ist das schön“ nach dem 0:4 gegen Augsburg, „das tut weh. Ich weiß, dass beim VfB ganz intensiv darüber gesprochen wird, wie man das in den Griff bekommt“, sagt er wenige Stunden, bevor Alexander Zorniger den Laufpass bekommt. Und wenn es trotzdem schlecht ausgeht? „Die Konsequenzen kann man sich ausmalen. Ein Abstieg in der heutigen Zeit bedeutet 30 oder 40 Millionen Euro weniger im Budget. Und in der zweiten Liga wollen gerade zehn Traditionsvereine wieder hoch, aber nur zwei, maximal drei schaffen es.“

Die zweite heiße Kiste ist sein Aus im Aufsichtsrat. Vorschnell hatte Hansi Müller im TV-Interview im April Zornigers Verpflichtung ausgeplaudert. „Erst im Auto auf dem Heimweg dämmerte mir, dass das gar nicht gut war. Es ging nicht um mich, sondern um den VfB, deshalb bin ich raus. Ich kann mir das heute noch nicht erklären. Es war aber keine Absicht, und deshalb auch keine Indiskretion.“

Beide Kicker machen eine gute Figur. Der Rahmen passt. Fortsetzung soll nächstes Jahr folgen. Termin, Ort und Gesprächspartner stehen noch nicht fest. Aber die Latte liegt hoch. Der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Joachim Schmidt, hat sie als ehemaliger VfB-Aufsichtsrat justiert. Hier drüber zu springen, wird wieder eine sportliche Aufgabe.

Der Vollblut-Sindelfinger geht fremd

Soner Özay (stehend, Fünfter von rechts) in ungewohntem Rot: Beim KSC Böblingen II hat der ehemalige VfL-Verbandsligaspieler im Kreise seiner Jugendfreunde eine neue sportliche Heimat gefunden. Bild: Zvizdiç

06.11.15 | KRZ-Online
Soner Özay hat beim KSC Böblingen II in der Kreisliga B VI eine neue Heimat gefunden / Eine Rückkehr zum VfL Sindelfingen schließt der 27-Jährige nicht aus

Von unserem Mitarbeiter Edip Zvizdiç


„Wo ist eigentlich Soner Özay?“ Mantramäßig wiederholen Stammgäste wie Clemens Gansser und Co. diese Frage bei den Heimspielen des VfL Sindelfingen im Floschenstadion. Und noch bevor die Fragensteller eine Antwort darauf bekommen, liefern sie selbst folgenden Zusatz hinterher: „Wo er auch ist, er fehlt uns an allen Ecken und Enden.“

Nun, der so Vermisste ist immer noch im Fußballkreis zugange. Der langjährige Edeltechniker des VfL Sindelfingen hat, das haben viele nicht mitbekommen, nach einem Jahr Pause wieder seine Kickschuhe angezogen. In der Kreisliga B, Staffel VI, beim KSC Böblingen II jagt er wieder dem runden Leder hinterher – und fühlt sich rundum wohl. „Fußball war für mich eh immer nur ein Hobby“, gibt der 27-Jährige unumwunden zu. Angebote von höherklassigen Vereinen habe er regelmäßig ausgeschlagen. „Ein anderes Trikot als das blau-weiße des VfL wollte ich nie anziehen.“

Ein anderes, ein rotes, ist es mittlerweile geworden – auch wenn der gebürtige Zypriote darin „keinen Verrat am VfL“ sieht. „Das hat andere Gründe“, bestätigt Soner Özay. „Nach der vergangenen Saison kam im Freundeskreis die Frage auf, ob wir nicht zusammen unter Wettkampfbedingungen kicken wollen. Und dann wurden schnell Nägel mit Köpfen gemacht.“ Treibende Kraft in Reihen der Özay’schen Freunde war Cihan Yarangünü, der auch ruckzuck 20 Gleichgesinnte um sich scharte und selbst als Trainer fungiert. Zentrale Figur dabei war von Beginn an Soner Özay, der auch prompt die Kapitänsbinde übernahm. „Ich wollte mit meinen Jungs zusammenspielen, mit denen ich aufgewachsen bin und die ich noch vom Kickplatz in der Watze her kenne.“ Die sportlichen Wurzeln liegen im Eichholz, aber Fußball in Sindelfingen ist erst mal vorbei.

Ein paar der Spieler waren früher beim KSC Böblingen, der nächste Schritt logisch. KSC-Abteilungsleiter Tahsin Mengüllüoglu war sofort Feuer und Flamme für die Idee. Allerdings beharrten die „Neuen“ von Beginn an darauf, eine autarke Mannschaft an den Start zu schicken. „Wir haben klar gemacht, dass wir zwei strikt getrennte Kader wollen, da wir eben miteinander spielen wollen“, erklärt Soner Özay. Zaghafte Versuche der KSC-Chefs zu Saisonbeginn, den einen oder anderen Akteur vielleicht doch für die erste Mannschaft zu begeistern, scheiterten an der Konsequenz im zweiten Team. Das Schöne aus Sicht Soner Özays: „Die Unterstützung seitens des Vereins war trotzdem sofort da.“

An Ambitionen fehlte es der neuen Mannschaft nicht. Die Meisterschaft sei kein Thema, „das wäre vermessen. Aber im Tabellenmittelfeld rumgurken will ich eben auch nicht.“ Das Vorhaben gelingt bislang besser als von den kühnsten Optimisten erwartet. Nach neun Spieltagen führt der KSC Böblingen II das Klassement an. Sieben Siegen stehen nur zwei knappe Niederlagen gegenüber. Einem etwaigen Aufstieg steht der Lockenkopf und erklärte Fan von Argentiniens Fußball-Legende Diego Armando Maradona aber auch kritisch gegenüber. „Wenn unsere Erste in der Staffel II die Klasse hält, müssten wir im Falle des Aufstiegs in die Staffel I rüber. Und das würde uns gar nicht gefallen.“

Einen ersten Eindruck, wie stark die Mannschaft des KSC Böblingen II wirklich ist, konnten sich die Gegner im Bezirkspokal machen. In der ersten Runde besiegte die neu zusammengewürfelte Truppe den TSV Öschelbronn, in der zweiten Runde die Sportfreunde Kayh. Der Höhepunkt folgte in der dritten Runde mit dem Spiel beim Bezirksligisten VfL Sindelfingen II. „Wir lagen 0:2 zurück, haben das Spiel aber noch 3:2 gewonnen“, erinnert sich Soner Özay mit Freude an den Pokalcoup an alter Wirkungsstätte. VfL-Coach Kurt Müller war gar nicht erfreut darüber. „Kurt hat gekotzt und mir nicht mal richtig die Hand gegeben“, muss Soner Özay immer noch schmunzeln. „Für uns war das ein riesen Ding. Wir waren der letzte B-Ligist im Achtelfinale.“ Dort setzte es zwar eine 0:8-Klatsche gegen den haushoch favorisierten TV Darmsheim, der Stimmung im Team tat das aber keinen Abbruch. Der Ehrgeiz war geweckt.

Genau der Wesenszug, den ihm sein langjähriger Coach Thomas Dietsche bisweilen abspricht. „Soner fehlte es immer an der Ernsthaftigkeit“, sagt der jetzige Sportliche Leiter des VfL Sindelfingen. „Von den Anlagen her wäre bei ihm viel mehr möglich gewesen.“ Dass er es bis in die Verbandsliga geschafft habe, verdanke er seiner spielerischen Klasse. „Soner ist ein genialer Straßenkicker, der viel zu wenig aus seinem Talent gemacht hat – und darüber hinaus ist er ein Vollblut-Sindelfinger. Er hat das VfL-Wappen innerlich eingraviert, was uns zu Brüdern im Herzen macht“, sagt Thomas Dietsche mit breitem Grinsen.

Mit Soner Özays Entscheidung, in den Niederungen der Kreisliga B zu kicken, tut sich Thomas Dietsche indes schwer. „Als Trainer finde ich das furchtbar traurig.“ Für Soner Özay selbst ist das aber kein Entschluss für die Ewigkeit: „Vielleicht packt es mich ja irgendwann wieder. Ich habe ja bei VfL-Coach Maik Schütt einige Male mittrainiert, um mich fit zu halten. Aber ich habe eben nicht mehr die Motivation aufgebracht, bei Auswärtsspielen um 11 Uhr morgens in den Bus zu steigen und abends um 21 Uhr wieder auszusteigen.“ Sollte sich seine Einstellung je ändern, würde er nur bei seinem alten Club anfragen: „Nichts gegen SV Böblingen, GSV Maichingen und TV Darmsheim – aber was sollte ich da?“

Als Begleitlehrer mit der U17 unterwegs

Während seiner Zeit in Weißrussland beim VfL Sindelfingen schmerzlich vermisst: Oliver Glotzmann unterrichtete in Minsk unter anderem Mathematik. Foto: Eibner

16.09.15 | KRZ-Online
Sindelfinger Oliver Glotzmann unterstützt DFB-Mädels

Was war nicht alles zu lesen? Oliver Glotzmann in Italien. Glotzmann mit der deutschen U16 Nationalmannschaft als hospitierender Übungsleiter unterwegs. Ganz anders war's - aber irgendwie doch richtig. Sicher ist: Beim VfL Sindelfingen wurde der torgefährliche Offensivstratege zwei Spiele lang schmerzlich vermisst.

VON MICHAEL HUTT

Beim Verbandsliga-Auswärtsspiel in Laupheim war Glotzmann wieder dabei, die 1:3-Niederlage konnte jedoch auch er nicht verhindern.

Oliver Glotzmann studiert Sport und Mathematik im siebten Semester in Tübingen. Und genau dies war ausschlaggebend für eine richtig interessante Reise im Tross des Deutschen Fußballbundes. Genauer gesagt mit der deutschen U17-Frauen-Nationalmannschaft. Ins weißrussische Minsk ging der Trip. Einer der Professoren in Glotzmanns Studiengang, Robert Schreiner, ist Schulkoordinator beim DFB. Schreiner weiß, dass Glotzmann beim Verbandsligisten Sindelfingen kickt und zudem als Lehramtsstudent an fußballerischen und pädagogischen Veranstaltungen interessiert sein würde. Kurzum: Einladung ausgesprochen, Glotzmann flog mit nach Minsk.

Auch mal als Ergänzungsspieler beim Training eingebaut

Zuerst ging es zwei Tage lang nach Frankfurt zum Come Together der neuformierten deutschen U17-Mädels-Mannschaft und dann neun Tage gen Osten nach Weißrussland. "Die Mädchen hatten sich bis dato auch noch nicht gekannt", erläutert Begleitlehrer Glotzmann. Begleitlehrer - so der offizielle Titel des Sindelfingers beim DFB-Lehrgang. Und das hat in erster Linie eigentlich gar nichts mit Fußball zu tun. Glotzmanns Aufgabe war es, die Spielerinnen - allesamt Schülerinnen - als Lehrer im naturwissenschaftlichen Bereich unter anderem in Mathematik zu betreuen, um den Schulausfall während der Reise zu kompensieren. Mit dabei auch: Andreas Quindt (GSV Maichingen) - als Sport- und Englisch-Student bei der Minsk-Reise zuständig für den sprachlichen Unterricht. Das erste Kennenlernen der neuformierten U17 fand im Rahmen eines Freundschaftsturniers mit Polen, Frankreich und Gastgeber Weißrussland statt. "Im November und Dezember stehen noch einmal zwei Kurzlehrgänge an", so Glotzmann. Wichtig dabei für ihn und den VfL: "Ein Spiel werde ich nicht verpassen."

Die deutschen Nachwuchsspielerinnen werden von Ex-Nationalspielerin Anuschka Bernhard trainiert, Torwart-Trainerin ist Silke Rottenberg, keine Geringere als die Welt-Torhüterin 2003. "Das war für mich natürlich zum einen interessant in Richtung meines Lehramtsstudiums, aber auch in fußballerischer Hinsicht in punkto Trainingsmethoden und Ablauf eines DFB-Lehrgangs", schildert Oli Glotzmann. Als Begleitlehrer konnte er immerhin noch zusätzlich ab und an die Kickstiefel schnüren - "als Ergänzungsspieler im Training eingebaut". Keine Frage: Oliver Glotzmann hat einen eindrucksvollen Erfahrungsschatz aus Weißrussland mit zurück nach Sindelfingen gebracht. "Man glaubt vielleicht manchmal, Minsk sei etwas rückständig", so Glotzmann, "aber das Gegenteil ist der Fall, das ist eine moderne, sehr schöne Stadt und auffallend sauber."

Etwas, was dem DFB-Tross ebenfalls noch auffiel: die herzliche Gastfreundschaft. "Die haben uns wunderbar aufgenommen, und das Turnier war bestens organisiert", blickt Oliver Glotzmann zurück. Jetzt allerdings heißt es für den Mittelfeldmotor in sportlicher Hinsicht mit dem VfL zunächst einmal ein paar Punkte zu hamstern. Und da wird bei einer Unterhaltung über Minsk natürlich auch die unnötige 1:3-Niederlage in Laupheim nicht ausgespart: "Wenn ein, zwei Schlüsselszenen nicht funktionieren verliert man so ein Spiel."

Die Jungspunde sind heiß aufs Derby

VfL Sindelfingen - SV Böblingen

3.9.15 | Sportgespräch | SZ/BZ-Online
Mit Asim Bayrak vom VfL Sindelfingen und Yannick Toth von der SV Böblingen vor dem Nachbarschafts-Duell in der Fußball-Verbandsliga

Von Steffen Müller und Edip Zvizdiç

Mehrere tausend Zuschauer, halbe Völkerwanderungen über das Elefantenbrückle und unvergessene Tore. Die Derbys zwischen dem VfL Sindelfingen und der SV Böblingen schrieben viele Geschichten. Vor der Neuauflage am Samstag blicken wir trotzdem nicht zurück, sondern nach vorne und fragen die jüngsten bisher eingesetzten Akteure nach ihren Erwartungen für das Spiel der Spiele.

Der 21-jährige Asim Bayrak beim VfL und der 17-jährige Yannick Toth treten am Samstag im Floschenstadion (Anpfiff, 15.30 Uhr) erstmals mit ihren Teams zum prestigeträchtigen Duell gegeneinander an.

Die SZ/BZ stellte beiden die gleichen Fragen – und erhielt interessante Antworten.

Yanick Toth, 17 Jahre

Was bedeutet das Spiel am Samstag für Sie persönlich?
„Es ist etwas ganz Besonderes. So ein Derby ist einfach das Größte. Viele Fans sind im Stadion, viele Freunde werden kommen und wir wollen allen zeigen, dass die SV Böblingen stärker ist als der VfL Sindelfingen.“

Wie ist Ihr Verhältnis zur gegnerischen Mannschaft?
„Der Sindelfinger Co-Trainer Elvir Adrovic ist der beste Freund meines Vaters. Die beiden haben früher zusammen gespielt. Ich habe auch schon ein Probetraining beim VfL absolviert. Aus der Mannschaft kenne ich Lars Jäger und auch Alexander Wetsch. Mit ihm habe ich schon bei einem Hallenturnier zusammen gespielt.“

Welche Geschichte aus vergangenen Duellen sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?
„Ich höre immer von den beiden Böblinger Niederlagen in der vorletzten Saison. Das nagt noch an denen, die damals dabei waren. Auf jeden Fall werden wir alles dafür tun, dass sich so etwas diese Saison nicht wiederholt.“

Warum landet Ihre Mannschaft am Ende der Saison vor dem Nachbarn?
„Wir haben einen besser besetzten Kader und mehr Erfahrung im Team. Nach der sensationellen Rückrunde ist das Selbstvertrauen zudem groß. Außerdem gehen wir mit dem 2:1-Erfolg gegen den VfB Neckarrems im Rücken in das Spiel.“

Asim Bayrak, 21 Jahre

Was bedeutet das Spiel am Samstag für Sie persönlich?
„Das Spiel gegen die SV Böblingen ist für mich etwas Besonderes, da ich in der Jugend für beide Vereine am Ball war. Ansonsten ist es eines von insgesamt 30 Spielen in dieser Saison – nicht mehr, nicht weniger. Ich freue mich auf die Partie, weil hoffentlich viele Zuschauer da sein werden.“

Wie ist Ihr Verhältnis zur gegnerischen Mannschaft?
„Vom Gegner kenne ich Faruk Korkmaz, mit dem ich damals bei der SVB auf der Doppelsechs gespielt habe. Wir verstehen uns immer noch gut, auch wenn wir uns nicht regelmäßig hören.“

Welche Geschichte aus vergangenen Duellen sind Ihnen im Gedächtnis geblieben?
„Für mich wird es das erste Derby im Aktivenbereich sein. Bis zur C-Jugend habe ich mit dem VfL nur ein Mal gegen die SVB verloren. In der B-Jugend bei der SV Böblingen habe ich dann höher gespielt und nur bei der Hallenfußball-Gala die Möglichkeit gehabt, gegen den VfL zu spielen, dann aber stets gewonnen. Ansonsten sind mir nur die Duelle meines Bruders Sezayi in Erinnerung geblieben, als er mit Sindelfingen gegen die SVB gespielt hat. Obwohl ich damals bei den Böblinger B-Junioren war, habe ich meinem Bruder die Daumen gedrückt.“

Warum landet Ihre Mannschaft am Ende der Saison vor dem Nachbarn?
„Im Grunde interessiert mich nicht, was bei der SV Böblingen passiert. Ich konzentriere mich auf meinen Verein und bin zuversichtlich, dass wir das Saisonziel „Klassenerhalt“ erreichen. Daran ändert auch die 0:6-Niederlage in Backnang am vergangenen Samstag nichts. Unser großes Plus ist dieses Jahr der Teamgeist. Wir haben klasse Trainer und eine eingeschworene Mannschaft. Damit werden wir am Saisonende vor der SV Böblingen landen.“

„Der Druck war in der Landesliga höher“

Hat die Pokalpleite beim Bezirksligisten SSV Reutlingen II abgehakt: Maik Schütt, Trainer von Verbandsliga-Aufsteiger VfL Sindelfingen. Bild: Photo 5/A

30.07.15 | Sportgespräch | SZ/BZ-Online
Sindelfingens Trainer Maik Schütt ist vor dem Saisonstart im württembergischen Fußball-Oberhaus in drei Wochen nicht bange

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Das Pokal-Aus beim Bezirksligisten SSV Reutlingen II war beim VfL Sindelfingen nicht eingeplant, doch deshalb winkt Trainer Maik Schütt noch nicht mit der weißen Fahne. „Misserfolge gehören in unserer Entwicklung dazu“, sagt der VfL-Coach.

Am Freitag in drei Wochen startet der VfL Sindelfingen mit einem Heimspiel gegen den VfL Nagold in die Verbandsliga-Saison. Die SZ/BZ hat sich mit Maik Schütt über das Pokal-Aus in Reutlingen und den Stand der Vorbereitung unterhalten.

In der zweiten Pokalrunde hätte die SV Böblingen gewartet. Wollte Ihre Mannschaft dieses Derby nicht?
Maik Schütt: „Wir sind in erster Linie enttäuscht, dass wir in Reutlingen ausgeschieden sind. Wenn man seine Tormöglichkeiten nicht nutzt, kann man keine Fußballspiele gewinnen. Wir hätten wahrscheinlich an diesem Tag noch drei Stunden weiterspielen können, und uns wäre kein Treffer gelungen.“

Bei den Gegentoren war er chancenlos

Fehlt der Mannschaft ohne Daniel Kniesel und Oliver Glotzmann die Qualität?
Maik Schütt: „Wenn beide Spieler ausfallen, dann geht uns sicherlich Offensivqualität verloren. Man darf aber auch nicht vergessen, dass diese durch diszipliniertes technisch-taktisches Verhalten der anderen Spieler freigesetzt wird. Betrachten wir unser Tun als Mosaik, so haben Teile zum sinnvollen Ganzen gefehlt. Es liegt mir also fern den Spielern, die auf dem Platz standen, die Qualität abzusprechen. In der jetzigen Phase der Vorbereitung fehlt aufgrund des Trainingsumfangs die Frische, was zu sichtbaren Konzentrationsschwächen vor dem gegnerischen Tor geführt hat. Das ist aber ein ganz normaler Prozess der Trainingssteuerung, ohne Rücksicht auf Test- oder Pokalspiele.“

Haben Sie sich für den kommenden Samstag unter den Verliererteams der ersten Pokalrunde schon einen Testspielgegner ausgesucht?
Maik Schütt: „Das musste ich gar nicht. Schon auf der Rückfahrt aus Reutlingen hat mich Uli Haug, Trainer des SC Geislingen angerufen und gefragt, ob wir gegen sie spielen wollen. Das hatte ich mir wirklich schwieriger vorgestellt. Wir spielen jetzt am Samstag um 15 Uhr bei uns gegen Geislingen.“

Steht dann wieder Feldspieler Alexander Wetsch im Tor?
Maik Schütt: „In Reutlingen waren neben David Kocyba und Nik Hellwig auch alle anderen VfL-Torhüter verhindert. Da kam die Idee mit Alexander Wetsch, der ja schon sein Können bei diversen Hallenturnieren unter Beweis gestellt hat. Das Tor auf dem Feld ist zwar größer, aber hat seine Sache sehr gut gemacht. Bei beiden Gegentoren war er chancenlos. Als Feldspieler hat er zudem eine gute Spieleröffnung.“

Mussten Sie ihn eigentlich dazu überreden?
Maik Schütt: „Nein. Er hat zu mir gesagt, dass ich ihn überall hinstellen kann. Er hat diese Aufgabe sehr gut angenommen. In diesem Fall hat er sein persönliches Interesse dem Team untergeordnet. Ein absoluter Teamplayer eben.“

Alexander Wetsch hat in der vergangenen Woche Platz zehn in der Verbandsliga als Saisonziel genannt. Hat er sich damit zu weit aus dem Fenster gelehnt?
Maik Schütt: „Wir wollen unser Spiel auch in der Verbandsliga weiter entwickeln. Dazu gehören auch Misserfolge wie am vergangenen Wochenende in Reutlingen oder auch während der Saison. Der von Alexander Wetsch angepeilte zehnte Tabellenplatz ist sicherlich ein ambitioniertes Ziel. Aber wenn sich Spieler Ziele setzen, dann ist das für einen Trainer nicht das Schlechteste. Wir wollen mit allem, was wir haben die Verbandsliga halten. Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft.“

Ist der VfL Sindelfingen dem Druck in der Verbandsliga gewachsen?
Maik Schütt: „Der war in der letzten Landesligasaison deutlich höher, denn wir wollten ja alle unbedingt aufsteigen. Wir werden gut vorbereitet sein. Einige Spieler wissen ja, was sie in der Verbandsliga erwartet.“

Was erwartet die Spieler in den kommenden drei Wochen Vorbereitung auf das erste Punktspiel?
Maik Schütt: „Wir haben in den ersten zwei Wochen den Grundstein für unsere konditionellen Fähigkeiten gelegt. Alles mit Ball auf dem Platz in hohem Umfang und mit geringer Intensität. Aber in der dritten Woche wird der Umfang geringer und die Intensität durch fußballspezifische Spielformen erhöht. Die Konditionsfaktoren Kraft und Schnelligkeit müssen noch bis zum ersten Punktspiel abgedeckt werden. Im technisch und taktischen Bereich arbeiten wir sowieso ständig an unseren Abläufen, um gewisse Automatismen zu erzeugen.“

„Haben die Qualität für Platz zehn“

Der Sindelfinger Alexander Wetsch in Jubelpose. Der 24-jährige Ostelsheimer hat ehrgeizige Ziele mit den Blau-Weißen. Bild: Photo 5

23.07.15 | Sportgespräch | SZ/BZ-Online
Der Sindelfinger Alexander Wetsch ist optimistisch

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Im Frühjahr zog sich Alexander Wetsch einen Nasenbeinbruch zu und spielte anschließend lange mit einer Maske. In der vergangenen Woche, beim Test in Schönaich, erwischte es den 24-Jährigen erneut. Von einer Pechsträhne will Wetsch aber nichts wissen.

Am Samstag startet der VfL Sindelfingen mit dem Pokalspiel beim SSV Reutlingen II in die neue Saison. Die SZ/BZ hat sich mit Alexander Wetsch, der seit zwei Jahren das VfL-Trikot trägt und in Ostelsheim wohnt, über die kommende Spielzeit unterhalten.

Nach dem Spiel in Schönaich mussten Sie mit zehn Stichen genäht werden. Schmerzt der Kopf noch?
Alexander Wetsch: „Nein, die Naht hat anfangs pulsiert. Schmerzen habe ich schon lange nicht mehr. Für das Pokalspiel am Samstag in Reutlingen stehe ich bereit und ich hoffe, dass mich Trainer Maik Schütt dort auch spielen lässt.“

Werden Sie dann wieder mit einer Maske auflaufen?
Alexander Wetsch: „Nein, das habe ich nur nach dem Nasenbeinbruch gemacht. Die Maske hat mich allerdings auch nie behindert. Mein Sichtfeld war dadurch nicht eingeschränkt.“

Wir wollen mindestens die dritte Runde erreichen

Welchen Stellenwert hat die Pokalpartie am Samstag für Sie?
Alexander Wetsch: „Wir haben uns im Mannschaftskreis darauf verständigt, dass wir im Pokal mindestens die dritte Runde erreichen wollen. Dann hat man auch die Chance auf einen prominenten Gegner wie die Stuttgarter Kickers oder SG Sonnenhof Großaspach.“

Was haben Sie sich für die Verbandsliga-Punkterunde vorgenommen?
Alexander Wetsch: „Da wollen wir natürlich den Klassenverbleib schaffen, allerdings haben wir mit unseren Neuzugängen auch den Anspruch und die Qualität auf Platz zehn zu schielen.“

Wo sehen Sie die Stärken des VfL?
Alexander Wetsch: „im Defensivverhalten und im Umschaltspiel. Im Zentrum sind wir sehr stark besetzt.“

Wo ist bei Sindelfingen noch Luft nach oben?
Alexander Wetsch: „In der Vorbereitung war unser Manko bisher die Chancenverwertung. Da müssen wir uns möglichst schnell verbessern.“

Wo spielen Sie lieber? Hinten rechts oder weiter vorne?
Alexander Wetsch: „Ich sehe meine Stärken eher in der Offensive. Durch die Verletzung von Alexander Gans musste ich in der vergangenen Saison hinten rechts verteidigen. Das hat auch Spaß gemacht, da hatte ich viel Platz und konnte meine Schnelligkeit ausspielen.“

Wie schnell sind Sie über die 100 Meter?
Alexander Wetsch: „Das kann ich gar nicht genau sage. Ich gehöre beim VfL Sindelfingen sicherlich zu den schnelleren Spielern.“

Bereits am 3. Spieltag der Verbandsliga kommt es zum Derby gegen die SV Böblingen. Ist dieses Spiel schon ein Thema bei der Mannschaft?
Alexander Wetsch: „Natürlich, schließlich haben wir vor zwei Jahren gegen die SV Böblingen unseren ersten Sieg nach dem Verbandsliga-Aufstieg eingefahren. Das 5:1 war damals auch mein erstes Spiel für den VfL Sindelfingen nach meinem Wechsel vom Oberligisten TSV Grunbach. Gegen einen erneuten Erfolg gegen die SVB hat bei uns sicherlich keiner etwas einzuwenden.“

VfL startet neuen Anlauf im Oberhaus

Der Jubel bei den Sindelfinger Fußballern in Schwenningen war groß: Doch jetzt beginnt für Torhüter David Kocyba, Mannschaftskapitän Daniel Kniesel und Torjäger Andreas Poser (v.l.) die Vorbereitung auf die Saison in der Verbandsliga. Bild: Photo 5

10.07.15 | SZ/BZ-Online
Der VfL Sindelfingen beginnt heute Abend um 19 Uhr mit der Vorbereitung auf die kommende Saison / Sonntag Turnier-Teilnahme in Neckartailfingen

34 Tage nach ihrem Meisterstück, dem 5:0-Erfolg beim BSV Schwenningen und dem damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga, starten die Sindelfinger Fußballer heute Abend die Vorbereitung. „Die Mannschaft ist gereift und weiß was sie erwartet“, sagt Thomas Dietsche, Sportlicher Leiter der Blau-Weißen.

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Der Jubel vor knapp fünf Wochen kannte keine Grenzen, schließlich schaffte der VfL mit dem 5:0 in Schwenningen die direkte Rückkehr ins württembergische Fußball-Oberhaus. Im Gegensatz zum Aufstieg vor zwei Jahren soll aber nicht postwendend wieder der Abstieg folgen. „Wir hatten damals bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Klassenverbleib. Die Verbandsliga ist ein hartes, aber auch interessantes Brot“, sagt Thomas Dietsche.

Der ehemalige Trainer der Blau-Weißen ist überzeugt, dass sich die Mannschaft in der kommenden Saison eine ordentliche Rolle im württembergischen Fußball-Oberhaus spielen kann.

„Das Team ist durch die zwei Landesliga-Meisterschaften und das eine Jahr in der Verbandsliga gereift. Die Spieler wissen, was sie erwartet“, sagt Thomas Dietsche.

Der sportliche Leiter bezieht seinen Optimismus auch aus der letzten Landesliga-Rückrunde: „Da haben wir in 15 Spielen gerade mal elf Gegentore kassiert. Diese Stabilität müssen wir auch in der Verbandsliga zeigen.“

Dazu sollen in den kommenden sechs Wochen bis zum ersten Punktspiel gegen den VfL Nagold (Freitag, 21. August) die Grundlagen gelegt werden. Das Trainer-Duo Maik Schütt/Elvir Adrovic wird seine Schützlinge an vier Tagen pro Woche zu den Übungseinheiten bitten, dazu kommt an den Wochenenden meist noch ein Testspiel. Als freier Tag bleibt den Sindelfinger Fußballern oft nur der Mittwoch.

Torhüter David Kocyba wird einen Teil der Vorbereitung verpassen, denn er hat eine USA-Reise gebucht. „Das können wir den Spielern nicht verbieten, das muss man als Verein akzeptieren“, sagt Thomas Dietsche. Er hebt aber auch den Zeigefinger: „Wir haben 25 Spieler im Kader. Wer zu lange im Urlaub weilt, verpasst die Chance sich den Trainern zu präsentieren, aber das muss jeder für sich selbst wissen.“

Die Neuzugänge Martin Frick, Frederick Mohr (kommen beide von TuS Metzingen), Lars Jäger (U19-Junioren SV Böblingen), Sebastian Bauer (SV Fellbach), Endrit Syla (U19-Junioren des SKV Rutesheim) sowie die drei Eigengewächse Raphael Molitor, Hüseyin Kuyumcu und Samet Yilmaz sollen den Konkurrenzkampf beim Verbandsliga-Neuling schüren. Samet Öztürk (zum GSV Maichingen) und Maximilian Hiller (Spvgg Weil im Schönbuch) haben Sindelfingen dagegen den Rücken gekehrt.

Dominik Pretz (Knöchel- und Schienbeinbruch), Kevin Müller (Meniskusverletzung) und Alexander Gans (Muskelfaserriss) werden den Start der Vorbereitung verpassen. Dominik Pretz, der Pechvogel der vergangenen Saison, hat aber immerhin schon mal wieder mit leichtem Lauftraining begonnen.

Das Trio muss sich in den kommenden Wochen noch gedulden. Ihre Mitspieler legen dagegen los wie die Feuerwehr. Bereits am Sonntag spielt der VfL Sindelfingen an einem Vorbereitungs-Turnier in Neckartailfingen.

Dort sind neben den Gastgebern auch der SV Bonlanden und der FV Nürtingen dabei. Am kommenden Dienstag, 14. Juli geht es mit dem Testspiel beim TSV Schönaich (19 Uhr) bereits weiter.

„Im Gegensatz zum vergangenen Jahr kennen Maik Schütt und Elvir Adrovic die Mannschaft, deshalb können sie auch sofort loslegen“, sagt Thomas Dietsche. 34 Tage Pause nach dem 5:0-Triumph in Schwenningen sind für die Blau-Weißen auch genug.

Einiges neu - aber vieles beim Alten

09.07.15 | KRZ-Online

Start in die Vorbereitung
Ende der Woche starten die Fußballer von SV Böblingen und VfL Sindelfingen in die Vorbereitung zur neuen Verbandsliga-Saison. Was hat sich seit der vergangenen Runde bei den beiden einzigen Kreisvertretern im württembergischen Oberhaus getan und was planen die Verantwortlichen für ihr Team? Die KREISZEITUNG gibt einen Überblick.

VON MICHAEL SCHWARTZ

Vor ziemlich genau zwei Jahren standen die Daimlerstädter schon einmal an diesem Punkt. Als Meister der Landesliga ging es rauf ins württembergische Oberhaus. Und direkt wieder runter. Aber beim VfL ist man guter Dinge, dass das nicht noch einmal so passiert. "In den letzten drei Saisons hat die Mannschaft zwei Titel eingefahren und eine Saison Verbandsliga-Erfahrung gesammelt", zählt der Sportliche Leiter Thomas Dietsche auf. "Die Mannschaft ist gereift, das ist extrem wertvoll. Wir betreten nicht mehr komplettes Neuland, und das wird man merken." Zudem habe es Trainer Maik Schütt geschafft, das Team taktisch noch einmal weiterzuentwickeln. Vor allem in der Defensive, was lediglich elf Gegentore in der Rückrunde beweisen. Wozu sicherlich auch die Winterneuzugänge Roberto Klug und Thorsten Schneider beitrugen, die die Innenverteidigung noch einmal auf ein höheres Niveau hievten. Bei den Verstärkungen im Sommer haben die Sindelfinger ihre Philosophie fortgeführt. Das heißt einerseits Vertrauen in den bisherigen Kader, der eine starke Runde hinter sich hat, und andererseits solche Leute holen, die jung und entwicklungsfähig sind.

Dazu zählen natürlich vor allem die Junioren, die aus der eigenen A-Jugend hochgeholt werden: Raphael Molitor, Hüseyin Kuyumcu und Sammet Yilmaz plus Endrit Syla (U19 SKV Rutesheim) sowie Lars Jäger von den Junioren der SV Böblingen. "Mit der beste Spieler dort", hält Dietsche große Stücke auf den Jungspund. Dazu kommen aber auch Kicker, die bereits Erfahrungen in der Landesliga vorweisen können. Martin Frick und Frederick Mohr wechseln von TuS Metzingen ins Floschen-stadion (Dietsche: "Sie verbreitern den Kader auch in der Qualität"), dazu kommt Sebastian Bauer vom SV Fellbach. "Die Verbandsliga kann ein hartes Brot sein, wenn du dich nicht massiv verstärkst", weiß Dietsche, betont aber auch: "Das werden wir nicht tun. Wir planen auf einer finanziell gesunden Basis und unsere Neuzugänge wollen in allererster Linie aus sportlichen Gründen beim VfL spielen. Hier können Sie sich dann zu Leistungsträgern entwickeln."

Verlassen werden den Klub nur Maxi Hiller (zur SpVgg Weil im Schönbuch) und Samet Öztürk (GSV Maichingen). Auch Alex Gans, Dominik Pretz und Keven Müller werden in der Vorbereitung erst einmal Geduld brauchen, um ihre teils langwierigen Verletzungen auszukurieren. Die Teamkollegen werden als wichtiges Thema erst einmal die Defensivorganisation durchgehen. "Was nicht heißt, dass wir jetzt nur Verteidigen üben", erläutert Thomas Dietsche. "Dazu zählen auch Forechecking und Balleroberungen im Mittelfeld." Zudem wird es darum gehen, mit schneller Ballzirkulation Lücken beim Gegner zu reißen. "Wenn wir intensiv auf dem Platz trainieren, wird davon dann auch die nötige Fitness kommen." Zudem soll in den Testspielen so einiges ausprobiert werden, wofür zum Teil anspruchsvolle Gegner ausgewählt wurden. "Der Konkurrenzkampf ist groß", stellt Dietsche fest. "Jeder muss sich seine Position neu erarbeiten und ich freue mich darauf, das zu beobachten."

„Maik Schütt ist ein Glücksfall für uns“

Erfolgreiches Trio: Thomas Dietsche, Sportlicher Leiter des VfL Sindelfingen, und das Trainer-Duo Maik Schütt und Elvir Adrovic (v.l.) zeigen stolz den Meisterwimpel. Foto: Photo 5

11.06.15 | Sportgespräch | SZ/BZ-Online
Thomas Dietsche, Sportlicher Leiter bei den Sindelfinger Fußballern, ist froh darüber, dass er bei seinem Meistertrainer so hartnäckig war

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Nach nur einem Jahr Abstinenz kehrt der VfL Sindelfingen in die Fußball-Verbandsliga zurück. Dieses Mal soll es aber kein kurzes Intermezzo werden. „Ich habe vollstes Vertrauen in unser Trainerteam“, sagt Thomas Dietsche, Sportlicher Leiter der Blau-Weißen.

Die SZ/BZ sprach mit Thomas Dietsche über die Feierlichkeiten der Mannschaft nach dem Abpfiff in Schwenningen und die Herausforderungen in der kommenden Saison in der Verbandsliga.

Wie lange ging die Party am vergangenen Samstag?
Thomas Dietsche: „So wie ich gehört habe, wurde bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags gefeiert, es wurde wohl schon wieder hell. Ich habe einige Spieler am Sonntag bei der Partie unserer 2. Mannschaft gegen den GSV Maichingen gesehen. Die haben dunkle Sonnenbrillen getragen.“

Wie geht es beim VfL Sindelfingen jetzt weiter?
Thomas Dietsche: „Nach dem Spiel Jung gegen Alt gestern Abend im Training, wird am 20. Juni in Kirchentellinsfurt der Erdinger-Meistercup ausgetragen, an dem wir als Landesliga-Titelträger teilnehmen dürfen. Anschließend geht es bei uns am Freitag, 10. Juli, wieder los mit der Vorbereitung auf die neue Saison.“

Für eine Meisterschaft muss viel passen

Hatten Sie der Mannschaft und den Trainern Maik Schütt und Elvir Adrovic die Meisterschaft vor Saisonbeginn zugetraut?
Thomas Dietsche: „Zugetraut habe ich es ihnen schon, aber für eine Meisterschaft muss vieles passen. Ich hatte aber von Anfang an ein gutes Gefühl mit den beiden Trainern. Daraus wurde schnell ein sehr gutes, weil man gesehen hat, dass die Chemie stimmt und sie sehr akribisch und intensiv mit der Mannschaft arbeiten.“.

Dabei war sich der VfL im Frühsommer 2014 schon mit Dietmar Brösamle einig. Der sagte dann aus privaten Gründen ab. Hätte Sindelfingen auch mit ihm die Meisterschaft geholt?
Thomas Dietsche: „Das weiß man nicht, aber klar wäre das möglich gewesen. Wir sind aber froh, dass wir zu so einem späten Zeitpunkt eine derart hohe qualitative Lösung gefunden haben.“

Wie sind Sie auf Maik Schütt gekommen?
Thomas Dietsche: „Über den ehemaligen Reutlinger Trainer Murat Isik. Der hatte mir Telefonnummern von möglichen Kandidaten aus dem Einzugsgebiet gegeben. Maik Schütt war dann glücklicherweise der Erste, den ich angerufen habe. Ihn kannte ich noch aus meiner Trainerzeit und erinnerte mich an sehr reizvolle Duelle gegen Metzingen mit vielen Emotionen. Ich wusste, dass so einer mit ganzem Herz bei der Sache ist. Maik Schütt ist ein Glücksfall für uns.“.

Mit dem ersten Telefonat war es aber noch nicht getan, oder?
Thomas Dietsche: „Maik war damals Jugendtrainer beim VfB Stuttgart. Wir hatten einige intensive Gespräche, bis ich ihn überzeugt hatte, dass er seinen Vertrag dort auflösen und nach Sindelfingen kommen muss. Das war für ihn auch keine einfache Situation, weil er in Stuttgart im Prinzip schon zugesagt hatte. Aber zum Glück bin ich hartnäckig geblieben.“

Was erwartet den VfL Sindelfingen in der Verbandsliga?
Thomas Dietsche: „Mit jeder höheren Liga steigt die Qualität. In der Verbandsliga muss die Mannschaft gegen jeden Gegner an ihre Grenzen gehen. Da wird es keine einfachen Spiele mehr geben.“

Warum schafft die Mannschaft, anders als nach der Meisterschaft 2013, den Klassenverbleib im württembergischen Fußball-Oberhaus?
Thomas Dietsche: „Damals hatten gerade mal drei oder vier Spieler Verbandsligaluft geschnuppert. Nun hat fast der gesamte Kader die Erfahrung. Ich glaube das Jahr war sehr wichtig für die Entwicklung der Spieler.“

Dabei endete die Verbandsliga-Saison 2013/2014 mit einem 0:7-Desaster beim FC Wangen. Ist dies durch das 5:0 in Schwenningen getilgt?
Thomas Dietsche: „Wir hatten bis zum letzten Spiel die Chance die Klasse zu halten, die Jungs hatten eine tolle Rückrunde gespielt, aber im letzten Spiel haben die Nerven nicht gehalten. Schade – aber so ist der Sport. Viel wichtiger ist die Reaktion auf diese bittere Niederlage, daraus zu lernen und dieser unbedingte Wille wieder in die Verbandsliga zurück zu kehren.“

Was wird sich organisatorisch für den VfL dort verändern?
Thomas Dietsche: „Bei den langen Auswärtsfahrten nach Berg oder Schwäbisch Hall werden wir häufiger den Bus nehmen. Aber dann bitte erfolgreicher als vor zwei Jahren. Damals sind wir fünf Mal mit dem Bus gefahren und haben jedes Mal eine Niederlage kassiert. Die Trendwende haben wir aber hoffentlich schon in Schwenningen eingeleitet. Trotz Busfahrt gewonnen und drei Punkte und den Meisterwimpel mitgebracht.“

Auf was dürfen sich die VfL-Fans freuen?
Thomas Dietsche: „Natürlich auf die beiden Derbys gegen Böblingen. Aber auch auf tolle Gegner wie Schwäbisch Hall oder Göppingen. Ich bin überzeugt davon, dass unser Trainerteam die Mannschaft weiterentwickeln wird und auf eine höhere Qualitätsstufe heben kann. Wir freuen uns alle sehr auf die neue Saison.“